Der Graue Star und die Kataraktoperation (1)
Was ist ein behandlungsbedürftiger Grauer Star?
Ein
Grauer Star bzw. eine
Katarakt ist eine Trübung der normalerweise klaren Augenlinse (nicht zu verwechseln mit dem Grünen Star). Die Sehschärfe lässt nach, das Bild der Umwelt wird wie durch einen Nebelschleier wahrgenommen und das Auge reagiert zunehmend empfindlich auf Blendungen. Leider gibt es bei dieser Augenkrankheit keine wirksame medikamentöse Hilfe.
Da die Menschen in unseren Breiten immer älter werden und am häufigsten eine
altersbedingte Linsen-Stoffwechselstörung als Ursache bei dieser Erkrankung vorliegt, ist die
Operation gegen den Grauen Star, auch
Kataraktoperation genannt, in den Industrienationen der häufigste am Menschen durchgeführte
operative Eingriff in der Medizin. Auch Verletzungen oder verschiedene
Allgemeinerkrankungen können den Grauen Star hervorrufen.
Schonende Augen-OP mit Hilfe der Kleinschnitttechnik

Schritt 1:
Das Entfernen der Linse:
Der Augapfel wird durch einen kleinen Hornhaut-/Lederhaut-Schnitt an der Seite eröffnet. So lässt sich der verflüssigte Linsenkern leicht entfernen.
|
|

Schritt 2:
Das Einsetzen der Kunstlinse:
In die leere Linsenkapsel wird eine kleine Plastiklinse eingespannt. Der Schnitt schließt sich anschließend
selbstständig.
|
Erklärungen zu den Fachbegriffen finden Sie in unserem
Glossar.
In der Augenklinik am Schloss Sigmaringen wird mit der
Clear-Cornea-Technik operiert, die weltweit bereits viele Millionen Male erfolgreich zur Anwendung kam.
Der Grund für das gute und sichere Ergebnis liegt in der Präzision des Verfahrens und in dem minimalen Eingriff. Durch die sehr kleine Öffnung (ca. 2,5 mm) in der Hornhaut
verschließt sich die Operationswunde von selbst. Eine Naht ist in der Regel nicht erforderlich, da sich die Hornhautlippe durch natürliche Kräfte von selbst bleibend festsaugt.
Im Gegensatz zur früher üblichen Spritze, die neben oder hinter den Augapfel gegeben wurde, kann es bei der von uns praktizierten Anwendung von speziell
betäubenden Augentropfen nicht zu einer Schädigung der Bewegungsmuskeln des Augapfels und auch zu keiner Blutung hinter dem Augapfel kommen. Schon wenige Stunden nach dem Eingriff sieht der Patient in der Regel wieder gut und erreicht häufig bereits am ersten Tag nach dem Eingriff seine volle Sehstärke.
Nach mehrmaliger Gabe dieser örtlich betäubenden Augentropfen wird die Hornhaut in sehr schonender Weise seitlich mit einer ca. 2,5 Millimeter großen Öffnung versehen. Bei der Operation wird die Linsenmasse mittels
Ultraschallwellen verflüssigt und aus dem Auge abgesaugt. Die Hülle der Linse, die so genannte Linsenkapsel, bleibt im Regelfall erhalten und nimmt die
Kunstlinse aus Silicon oder Acryl auf. Die Stärke der einzusetzenden Linse kann so ausgewählt werden, dass auch eine
Fehlsichtigkeit (Kurz- und Weitsichtigkeit) oder eine
Hornhautverkrümmung mitkorrigiert werden.
Für viele Behandelte, die zum ersten Mal auf ihre Brille oder Kontaktlinsen verzichten können, ist das wie ein Wunder.
Nach der Diagnosestellung
Wenn die Diagnose
"behandlungsbedürftiger Grauer Star" bei uns, Ihrer behandelnden Augenärztin, oder Ihrem behandelnden Augenarzt festgestellt worden ist, messen wir nach einer gründlichen Untersuchung Ihres Auges die erforderliche Stärke der in den Augapfel einzupflanzenden Linse mittels Ultraschall aus. Auf Wunsch kann zur Verbesserung der Genauigkeit der Berechnung zusätzlich noch ein
Verfahren mittels Laser zum Einsatz kommen.
Anschließend wird eine unserer Mitarbeiterinnen mit Ihnen einen geeigneten Termin für die Operation und die
Voruntersuchung durch unseren Narkosearzt vereinbaren. Außerdem wird man Ihnen einen Brief für den Hausarzt Ihres Vertrauens mitgeben, in dem er um einige Voruntersuchungen zur Frage der Operationsfähigkeit gebeten wird.
In der Folge werden wir Sie unserem
Narkosearzt vorstellen und mit Ihnen über die Operation und die von Ihnen gewünschte
Art der Betäubung sprechen. Ihrem Wunsch entsprechend wird das Auge für diesen Eingriff lediglich mit
örtlich wirkenden Augentropfen betäubt, oder die Operation wird in
Kurzzeit-Vollnarkose durchgeführt.
Fortsetzung auf Seite (2) »